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Kultur und Bildung

28.06.2018 - Artikel

Stand: Juni 2018

Nach Ende der Ebola-Epidemie Anfang 2016 hat sich auch das kulturelle Leben normalisiert. Im Mittelpunkt des kulturellen Lebens in Sierra Leone stehen  Musik und Sport sowie gesellschaftliche Zusammenkünfte („outings“) zu verschiedenen Anlässen. Sie können ohne Beeinträchtigungen stattfinden.

Die kulturelle Infrastruktur ist schwach. Musik findet überwiegend in „pubs“ oder in ad-hoc „outdoor“-Konzerten statt; Konzertsäle gibt es nicht. Es gibt ein kleines National- sowie ein Eisenbahnmuseum. Neben einem größeren Stadion in Freetown, das auch für politische Massenveranstaltungen genutzt wird, gibt es nur Sportstätten eher einfachen Zuschnitts.

Etwa ein Drittel der ohnehin schwachen schulischen Infrastruktur wurde während des Bürgerkriegs (1991-2002) zerstört. Am Wiederaufbau des Schulsystems beteiligen sich mehrere multilaterale Geberorganisationen (Weltbank, Afrikanische Entwicklungsbank, EU, UNICEF und andere).

Unzureichende Lehrerausbildung und eine oft nur unregelmäßige Bezahlung der Lehrer beeinträchtigen die Qualität der Schulausbildung.  Anfang 2014 wurde im Rahmen der Verabschiedung des Haushalts der Mindestlohn u.a. für Lehrer auf 600.000 Leones (ca. 100 Euro) heraufgesetzt. Die 2018 neu gewählte Regierung strebt eine kostenfreie Grundausbildung für alle Kinder an.

Nur etwa die Hälfte der Erwachsenen (ab 15 Jahren) kann lesen und schreiben. Überall in Sierra Leone fehlen Unterrichtsräume, Lehrmittel und ausgebildete Lehrkräfte.

Es gibt in Sierra Leone derzeit 12 Universitäten und Hochschulen, die vor allem in Freetown, aber auch in einigen größeren Städten im Landesinneren angesiedelt sind. Die älteste und bekannteste Universität Afrikas südlich der Sahara, “Fourah Bay College„ (1827 in Freetown gegründet), hatte im 19. Jahrhundert ein hohes Niveau (“Athen Westafrikas„). Nach ihrer weitgehenden Zerstörung während des Bürgerkrieges hat sich der Lehrbetrieb langsam wieder normalisiert; wissenschaftliche Forschungsarbeit wird allerdings durch die schlechten räumlichen und finanziellen Bedingungen beeinträchtigt. Zu nennen ist weiterhin die Njala Universität mit Hauptsitz in Njala und Bo.

In Freetown gibt es die 1995 gegründete, hauptsächlich aus Spenden finanzierte Musikakademie “The Ballanta Academy of Music“, die auch von Deutschland  Unterstützung erhält.  Artisten, Musik- und Tanzgruppen treten gelegentlich in kirchlichen Einrichtungen, bei offiziellen Veranstaltungen sowie im „British Council“ auf.

Aus der EU verfügt nur Großbritannien über ein Kulturinstitut  („British Council“). Die große libanesische „community“ unterhält zahlreiche kulturelle Einrichtungen (Sportclub, Schulen).

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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